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Forensische Peer-Arbeit
in der SchweizErfahrungswissen in
die Praxis bringen

Unabhängige Initiative für den Praxistransfer
forensischer Peer-Arbeit.

Forensische Peers bringen reflektierte Krisen-, Genesungs-
und Forensikerfahrung in die Begleitung ein.
Die Initiative möchte gemeinsam mit Praxispartnern tragfähige
Einsatzmodelle entwickeln und deren organisatorische Umsetzung erproben.

Was die Initiative erreichen möchte

Die Initiative möchte dazu beitragen, dass reflektiertes Erfahrungswissen einen festen Platz in der forensischen Praxis erhält. Ziel ist, forensische Peer-Arbeit so mitzugestalten, dass sie für begleitete Menschen zugänglich wird und sich verlässlich in den Arbeitsalltag von Fachpersonen und Institutionen einfügt.

Dafür sucht die Initiative Peers, Fachpersonen und Institutionen, die gemeinsam passende Einsatzmodelle entwickeln und erproben möchten. Im Mittelpunkt stehen zwei Formen: zeitlich klar definierte Peer-Mandate und institutionell eingebundene Peer-Arbeit.

ForensicMatch macht als Demonstrator sichtbar, wie sich Peer-Einsätze planen, abstimmen und organisatorisch begleiten lassen. Für Peer-Mandate unterstützt der Planungsassistent den Auftraggeber dabei, den Begleitbedarf zu klären, bei Bedarf eine zuständige Fachperson einzubeziehen und die Angaben in eine nachvollziehbare Mandats- und Budgetplanung zu übernehmen. So entsteht eine Verbindung zwischen fachlicher Einschätzung und konkreter Einsatzplanung.

Wo forensische Peer-Arbeit ansetzt

Forensische Peers bringen reflektierte Krisen-, Genesungs- und Forensikerfahrung in die Begleitung ein. Ihr Erfahrungswissen kann den begleiteten Menschen den Einstieg ins Gespräch erleichtern, Orientierung geben und Hoffnung auf Veränderung vermitteln.

Psychische Belastungen sind im Justizvollzug weit verbreitet. Professionelle psychiatrische, psychologische und pflegerische Versorgung bleibt zentral. Die folgenden Zahlen beschreiben den institutionellen Kontext; sie belegen keine Wirkung von Peer-Arbeit.

7’119

inhaftierte Personen am 31. Januar 2026 in der Schweiz. Die landesweite Belegungsrate lag bei 96,6 %.

Quelle: Bundesamt für Justiz / BFS, prison-info 1/2026 ↗
50–70 %

Geschätzter Anteil inhaftierter Personen mit psychischen Erkrankungen oder Störungen, einschliesslich Suchterkrankungen.

Quelle: SKJV ↗
>130 %

Spitzenbelegung der Berner Regionalgefängnisse im Jahr 2024. Das AJV bezeichnete die Belastung der Mitarbeitenden als aussergewöhnlich hoch.

Quelle: AJV Kanton Bern, Jahresbericht 2024 ↗
Forensische Peer-Arbeit →

Der geplante Pilotlehrgang

Der für Februar 2027 geplante Pilotlehrgang soll Interessierte mit eigener Forensikerfahrung sowie Krisen- und Genesungserfahrung zu forensischen Peers ausbilden. Als Abschluss ist ein Zertifikat vorgesehen.

Die Verantwortung für Organisation und fachliche Ausgestaltung liegt beim Lehrgangsanbieter. Die Initiative knüpft daran mit dem Praxistransfer an: Gemeinsam mit Peers, Fachpersonen und Institutionen sollen Rollen, Einsatzmodelle, fachliche Begleitung, Qualitätssicherung und organisatorische Rahmenbedingungen für spätere Peer-Einsätze weiterentwickelt werden.

Internationale Praxis- und Forschungserfahrungen geben Hinweise darauf, was beim Übergang von der Ausbildung in die Praxis zu beachten ist.

Von der Ausbildung in die Praxis

Damit aus Ausbildung und Erfahrungswissen tragfähige Peer-Einsätze entstehen können, stehen drei Aufgaben im Mittelpunkt:

Praxistransfer gestalten

Rollen, Aufgaben, Zuständigkeiten und fachliche Begleitung sollen gemeinsam mit Institutionen und Fachpersonen geklärt und erprobt werden.

Zwei Einsatzmodelle erproben

Die Initiative betrachtet sowohl zeitlich begrenzte Peer-Mandate als auch institutionell eingebundene Peer-Arbeit mit einem definierten Pensum.

Mit ForensicMatch organisieren

Planung, Begleitung, Qualitätssicherung, Dokumentation, Berichterstattung und Abrechnung sollen nachvollziehbar abgebildet und mit der Praxis diskutiert werden.

Zwei Formen des Peer-Einsatzes

Mandats-Peer

Ein externer Peer übernimmt einen klar definierten Auftrag für einen vereinbarten Zeitraum. Umfang, Zuständigkeiten, Begleitung und Abrechnung werden mandatsbezogen festgelegt.

Institutioneller Peer

Ein Peer arbeitet mit einem definierten Pensum innerhalb oder eng angebunden an eine Institution. Im Vordergrund stehen die Einbindung ins Team, klare Rollen und eine regelmässige fachliche Begleitung.

Prozessübersicht: 1 Peer auswählen. 2 Fachliche Einschätzung. 3 Mandat und Budget. 4 Finanzgutsprache. 5 Peer-Mandat anfragen.

Praxistransfer

ForensicMatch macht organisatorische Abläufe sichtbar und bietet eine Grundlage für den fachlichen Austausch. Der Demonstrator soll anhand von Rückmeldungen aus der Praxis weiterentwickelt und später gemeinsam mit Praxispartnern erprobt werden.

Der Film zeigt einen beispielhaften Peer-Mandatsablauf – von der Auswahl und gemeinsamen Planung bis zur Begleitung und zum Mandatsabschluss.

Demonstrator mit Testdaten – eine Eigenentwicklung der Initiative.
Kein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis. Keine realen Klienten- oder Falldaten eingeben.

ForensicMatch ausprobieren

Peer-Arbeit gemeinsam in die Praxis bringen

Wie können passende Einsatzmöglichkeiten und eine verlässliche Zusammenarbeit entstehen? Die Initiative möchte diese Fragen mit der Praxis klären.

Dafür sucht die Initiative Peers, Fachpersonen und Institutionen, die ihre Erfahrungen einbringen und mögliche Einsatzformen mitgestalten möchten. Auch Forschende sowie mögliche Förder- und Kooperationspartner sind zum Austausch eingeladen.

Erfahrungen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich sind willkommen. Sie helfen, beide Einsatzmodelle und die weitere Erprobung von ForensicMatch an den Anforderungen der Praxis auszurichten.

Kontakt aufnehmen →